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Kultur

Politik und Medien : gefährliche Seilschaften

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Von Cé­cile Poi­riez
Deut­sche Über­set­zung Cé­cile Poi­riez, Lek­torat Sina Rad­datz
Foto
 Mike Kollöffel, DR © Type 1

So­wohl im Fern­sehen als auch auf der großen Lein­wand hat Dä­ne­mark zur­zeit Auf­wind! Nach Lars von Trier und Mads Mik­kelsen ers­taunen die Dänen immer noch das in­ter­na­tio­nale Pu­blikum. Ihr letzter großer Er­folg: „Borgen - Gefähr­liche Seil­schaf­ten“. Wäh­rend ARTE ge­rade die dritte und al­ler­letzte Staffel aus­ges­trahlt hat, zurück zu dieser po­li­ti­schen Serie - die wahrer ist denn je!

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. Februar 2014 um 15:43 Uhr

Blau ist eine vielschichtige Farbe - Abdellatif Kechiches „La vie d’Adèle“

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Von Ka­rolin Breda
Franzö­si­sche Über­set­zung Aimie Bouju
Foto ©WILD BUNCH 

La vie d'Adèle, ©WILD BUNCH

Ein „überwäl­ti­gendes Meis­ter­werk“ sagen die einen. „Uralte Ste­reo­ty­pen“ schreiben die an­deren. Der in Cannes mehr­fach preis­ge­krönte Film „La vie d’Adèle, Cha­pi­tres 1 & 2“ des tu­ne­si­schen Re­gis­seurs Ab­del­latif Ke­chiche (L’Es­quive, Cous­cous mit Fisch) hat seit seinem Start im ver­gan­genen Herbst übe­rall in den eu­ropäi­schen Ki­nosälen für Fu­rore ge­sorgt. Er wird als der beste franzö­si­sche Film seit langem ge­han­delt. Dabei ist das für den César 2014 prä­no­mi­nierte Drama nicht nur auf­grund seiner freizü­gigen Sexs­zenen Ge­gens­tand höchst po­le­mi­scher De­batten.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Februar 2014 um 03:43 Uhr

Gestern war ich dort ein Tourist, heute ist es mein zu Hause – Berlin

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A. Baillaud

Von Anna Maria Or­tese
Franzö­si­sche Über­set­zung Lisa Digée
Bilder Alice Baillaud, Cris­tian Radu 

Berlin ist An­zie­hung­sma­gnet für Kunst und Kultur. In den letzten Jahren kommen ins­be­son­dere aus Fran­kreich immer mehr Künstler, um ein Teil dieses krea­tiven Feuer­werks zu werden. Doch wie kam es dazu, dass Berlin so an­zie­hend wurde, wie es heute ist?  

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Februar 2014 um 03:41 Uhr

Junges Comic Atelier im Institut Francais Berlin

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Von Jen­nifer Stüwe
Fotos : Jen­nifer Stüwe  

Das Ins­titut Fran­cais Berlin hatte schon seit ge­raumer Zeit mein In­te­resse für sich ge­wonnen und es galt nun end­lich dieses kul­tu­relle Eta­blis­se­ment im Maison du France ein wenig zu er­kunden. Das Eck­gebäude am Kurfürs­ten­damm neben dem Ci­nema Paris stellt einen at­trak­tiven An­zug­spunkt für in der Haupts­tadt re­si­die­rende als auch Tou­risten dar. Es ist ein wel­tof­fener Ort mit der Auf­gabe die franzö­si­sche Sprache und Kultur in Berlin und Bran­den­burg zu för­dern. An­hand von Le­sungen, Kon­fe­renzen Dis­kus­sions­runden, Auss­tel­lungen, Kon­zerten und Thea­terstü­cken mit be­deu­tenden zeit­genös­si­schen Kul­tur­schaf­fenden aus Fran­kreich wird hier der in­ter­na­tio­nale Dialog zur Ent­fal­tung ge­bracht. Jeder kommt hier auf seine Kosten und kann die franzö­si­sche Kultur auf seine Art und Weise für sich ent­de­cken und ge­nießen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 28. April 2013 um 21:22 Uhr

Abwechselnd im Rampenlicht! Wie Deutschland und Frankreich ihre Show abziehen.

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Text : Pau­line Tra­rieux
Über­set­zung : Tina Schreiber
Fotos : Pau­line Tra­rieux, mar­cin­la­cho­wicz.com und Swan of Kennet.

Im Lichte einer sich stetig ver­tie­fenden eu­ropäi­schen In­te­gra­tion beans­prucht und ver­tei­digt Deut­schland wie Fran­kreich ei­frig seine „kul­tu­relle Aus­nahme“. Sei es in den plas­ti­schen Künsten, in der Musik, in der Li­te­ratur oder im Film, beide Länder sind grund­le­gend ver­schieden. Diese Un­ter­schiede sind vor allem in der sie­benten Kunst über­ra­schend. Von seinem ersten Er­scheinen über die Über­schrei­tung seines Hö­he­punkts bis zur ak­tuellen Ent­wi­ck­lung in beiden Län­dern ent­wi­ckelt sich der Film je nach der je­wei­ligen Kultur und Um­feld, sei es in Fran­kreich oder in Deut­schland, aus dem er stammt, un­ter­schied­lich.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. März 2013 um 14:42 Uhr

„Was dem Wedding gefehlt hat, waren Orte.“ – Über das kreative Recycling von Gebäuden im Wedding

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Von Rabea KoßStattbad Berlin
Fotos: Rabea Koß

Ein Ca­sino. Zwei Ca­sinos. Drei Ca­sinos. Beim Spa­zier­gang durch die nörd­liche Brun­nens­traße, wenn man die Über­reste der Mauer, und damit auch die Tou­risten, hinter sich ge­lassen hat, darf man auf der Suche nach Se­hens­wertem nicht den Mut ver­lieren. Ga­le­rien, Cafés und Bou­ti­quen werden plötz­lich ab­gelöst von In­ter­net­cafés, So­la­rien – und eben Ca­sinos. „Über Wed­ding hört man immer nur ‚Der kommt‘ oder ‚Da ist es so finster‘“, be­richtet Ela Kagel, eine der Mu­tigen, die sich hie­rher vor­ge­wagt haben. Schon lange wird darüber dis­ku­tiert, ob nicht end­lich Be­we­gung in den ehe­ma­ligen Stadt­be­zirk, nun Orts­teil von Mitte, kommen müsste. Doch trotz der Nähe zu Mitte und Prenz­lauer Berg und der ver­meint­lich billi­geren Miete ist der Wed­ding vom Sze­ne­kiez­da­sein weit ent­fernt. Ei­nige We­nige je­doch gibt es, die sich der Ge­gend und ihren leers­te­henden Gebäuden an­ge­nommen haben.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Januar 2013 um 16:17 Uhr

Frischer Hip-Hop nach altbewährtem Rezept: Jazzy Bazz

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(C) Facebook Page Jazzy BazzVon Mike Plitt
Bilder: Jazzy Bazz - Rap Con­ten­ders - L'en­tou­rage (Quelle: FB)

Wer an die glor­reiche Zeit des Ostküsten Hip-Hop und Rap in den 90er Jahren mit seinem Epi­zen­trum New York zurü­ck­denkt, dem werden un­wei­ger­lich die Namen von Künst­lern wie Nas, Wu-Tang-Clan und Big L ein­fallen. Auch Chi­cago und die ,,Stadt der brü­der­li­chen Liebe‘‘ Phi­la­del­phia hatten mit Common be­zie­hung­sweise der Combo The Roots mehr als wür­dige Ver­treter, die in ihren Texten schon früh­zeitig den Aus­ver­kauf des Hip-Hop er­kannten und kri­ti­sierten. 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 17. Dezember 2012 um 10:32 Uhr

Durch Liebe und Tod mit einem Murmeln

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Unauf_-_murmel_2Von Lisa Crinon
Fotos: Thomas Aurin
Lek­torat: Hannah Reck­haus

Her­bert Frisch ins­ze­niert Dieter Roths „Murmel Mur­mel“ mit tau­send Farben, Bil­dern, Be­we­gungen – und einem Wort.

„In der Kürze liegt die Würze“ soll es heißen. Das hat Dieter Roth vers­tanden und ein Buch mit einem ein­zigen Wort ver­fasst: Murmel – auf 176 Seiten. Nach dem Tod von Roth hat es sich Her­bert Frisch zur Auf­gabe ge­macht, das Büh­nenstück zu ins­ze­nieren.

Eines hört man aus­schließ­lich, dafür ständig: Murmel. Murmel Murmel. Murmel Murmel Murmel. Wie ein ein­ziges ab­surdes La­mento. Dabei hört sich das Wort jedes Mal an­ders an, ge­winnt eine neue Be­deu­tung, ver­liert seine urs­prün­gliche. In dieser Ausfüh­rung des Mur­melns in 1001 Weise liegt ein­deutig eine schau­spie­le­ri­sche Leis­tung. Ir­gend­wann hört der Zu­schauer aber gar nicht mehr zu. Es sind nur noch Töne und Musik zu hören.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. November 2012 um 19:24 Uhr

Die Selbstverständlichkeit Bühne: Eine Stimme für den Widerstand

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Von Ma­reen Le­debur

Fotos: Ma­reen Le­deburSilk Thread

„Eine Ges­chichte über Euch, unter Euch, zwi­schen Euch; eine Ges­chichte über Euch, unter Euch, zwi­schen Euch“ – ob die der schla­fenden Prin­zessin oder die des Kö­nigs mit dem langen Bart. Zwei Ärzte erzählen vom Land der Ver­gess­li­chen. Es liegt im Li­banon.

Von dort kommt die Zoukak Theatre Com­pany, welche mit ihrem Stück „Silk Thread“ zu­sammen mit an­deren Künst­lern aus der ara­bi­schen Welt, Teil des in­ter­na­tio­nalen Per­for­mance Fes­ti­vals „Voi­cing Re­sis­tance“ im Ball­haus Nau­nyns­traße waren.

Im Juni diesen Jahres ver­sam­melte das Fes­tival Per­for­man­cekünstler aus Kairo, Mar­ra­kesch, Jenin, Ra­mallah, Beirut und Berlin, um sich mit einem Erei­gnis au­sei­nan­der­setzen, das nicht nur durch die ara­bi­sche Welt ging – der Wi­ders­tand.

Der ara­bi­sche Früh­ling und Be­we­gungen wie Oc­cupy sind ein Zei­chen für die welt­weite Suche nach so­zialen Verän­de­rungen. Wie diese Suche auf der­Thea­terbühne ve­rar­beitet wird, zeigten die Ar­beiten der Per­for­man­cekünstler, unter ihnen auch Laila So­liman aus Kairo, welche sich mit der Po­lizei- und Mi­litär­ge­walt in ihrem Land bes­chäf­tigte. Zwi­schen Tanz und Per­for­mance, Musik und Erzäh­lung mi­schten sich bei „Voi­cing Re­sis­tance“ persön­liche Er­fah­rungen von Re­vo­lu­tion, Alltag im Auf­stand und die Ve­rar­bei­tung des Wi­ders­tands in den ara­bi­schen Län­dern.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 23. September 2012 um 20:06 Uhr

Die Illusion der Revolution

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In­ter­view von Ma­reen Le­debur mit Taoufiq Ize­diou 
Fotos: Ma­reen Le­debur  Aaléef

Wäh­rend des in­ter­na­tio­nalen Fes­ti­vals „Voi­cing Re­sis­tance“ im Ball­haus Nau­nyns­traße prä­sen­tierte Taoufiq Ize­diou im Juni sein So­lostück „Aa­léef“, wel­ches nicht nur die Be­zeich­nung für den ersten Buchs­taben des ara­bi­schen Al­pha­bets ist, son­dern auch „ich drehe mich“ be­deutet.

Nach seiner Solo-Per­for­mance erzählte der Ma­rok­kaner von seinem persön­li­chen Wi­ders­tand auf der Bühne, den Sch­wie­rig­keiten des zeit­genös­si­schen Tanzes in Ma­rokko und der Re­vo­lu­tion.  

Das Fes­tival „Voi­cing Re­sis­tance“ im Ball­haus Nau­nyns­traße will dem Wi­ders­tand eine Stimme geben. Warum muss Wi­ders­tand ge­leistet werden und warum muss er auf die Bühne?  
Aus ver­schie­denen Gründen. Der Tanz in Ma­rokko zum Bei­spiel ist eine Form von Pro­test. Wir haben keinen Platz zum Tanzen. Du kannst daran glauben. Ich re­sis­tiere weiter. Man muss wi­ders­tehen, es ist eine Form tan­zend zu pro­tes­tieren, gegen die Ver­gan­gen­heit, ge­zeichnet vom Neo­ko­lo­nia­lismus, dem Westen.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 23. September 2012 um 20:04 Uhr

Gefahr im Verzug im Kunsthaus Tacheles

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Von Da­rina Bon­da­renko
Über­set­zung Ma­reen Le­debur

Eine alte Ruine steht in­mitten einem der reichsten Viertel Ber­lins… das Siegel der Zeit hat sich bis in die heu­tige Zeit ge­halten. Die Rede ist vom Künst­le­rhaus Ta­cheles. Schon am Ein­gang be­ginnt das ein­zi­gar­tige Aben­teuer. Die von Graf­fitis ge­zierten Mauern be­gleiten auf dem Weg durch das Trep­pen­haus, in dem man auf die na­chei­nander fol­genden Ate­liers der al­ter­na­tiven Künstler trifft. Auf fünf Etagen ver­teilen sich die Auss­tel­lung­sräume. Platz gibt es auch für ein Kino und ein Theater. Ganz oben an­ge­langt kann man es sich mit einem Drink auf den alten Sofas gemüt­lich ma­chen. Den Charme der Bar macht der Blick auf die Skulp­turen oder das abend­liche Treiben unter freiem Himmel im In­nenhof aus. Warm und ents­pannt ist die At­mos­phäre hier. Einen Un­ter­schied zwi­schen Künst­lern und Tou­risten kann man nicht er­kennen, dafür aber einen freund­li­chen Aus­tausch zwi­schen den Men­schen auf dieser Insel, die den Wahn­sinn der Großs­tadt nicht kennt… aber es ist genau dieser Ort, ein Künst­le­rhaus, dessen Exis­tenz heute hin­ter­fragt wird. Auf das der Kampf be­ginnt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. September 2012 um 17:51 Uhr

Handlungsbereitschaft - Skizze einer Generation am Ende der Geschichte

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Performance. Anonymer mit Erdbeereis. Am Ende blieb nur ein rosa Fleck auf dem Boden.

Von Madlen Stange
Über­set­zung Thomas Hess/ Madlen Stange
Lek­torat Antje Springer
Bilder: Stefan Katz

Weißes Neon Licht, ein sch­warz gek­lei­deter Mann steht re­gung­slos in einer Gruppe aus mi­tei­nander mur­melnden Men­schen. In seiner Hand ein trop­fendes Erd­bee­reis. Sch­warze Brillen­gläser ver­de­cken seine Augen. Ob er dem Eis beim Sch­melzen zu­sieht? Das Eis tropft. Und tropft. Mit­tler­weile sind zehn Mi­nuten ver­gangen und allmäh­lich ver­binden sich die Tropfen auf dem kalten Erd­boden zu einer rosa Pfütze. Eine halbe Stunde später ist auch diese das Ein­zige, was bleibt, die sch­warze Person ist ver­sch­wunden. We­nige Au­gen­blicke später, ein paar Meter weiter, im Freien, dreht sich ein Auto im Kreis. Die Vor­derräder sind ma­ni­pu­liert, so­dass die Dre­hung die ein­zige Rich­tung des Fahr­zeugs bleibt. Am Steuer sitzt eine Person, doch es ist be­reits zu dunkel, um zu er­kennen, um wen es sich han­delt. Die Zeit ver­geht und das Auto be­wegt sich, ro­tie­rend um die ei­gene Achse, viel­leicht ein-zwei Meter von seinem Start­punkt. Das Sze­nario endet mit einem nicht ganz un­gefähr­li­chen Ka­mi­kaze Abs­prung des Fah­rers. Aber das Auto dreht sich, bis der letzte Tropfen Sprit ver­braucht ist.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 18. März 2012 um 20:10 Uhr

„UNITHEA wird 15“

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Von Julia Ba­ckes

Über­set­zung Bé­né­dicte Sch­neider

 

Von Ku­chen­ba­saren, über Sprach­bar­rieren, zum hoch­wer­tigen Kul­tur­pro­gramm - Das deutsch-pol­ni­sche Thea­ter­fes­tival feiert dieses Jahr sein Ju­biläum.

Das im­po­sante Gebäude des Kleist-Fo­rums hebt sich von dem trüben Win­te­rhimmel durch seine hell er­leuch­teten Fenster ab. Fast aus­ges­torben wirkt das Kultur- und Ve­rans­tal­tungs­haus im Zen­trum von Frank­furt (Oder) an diesem späten Nach­mittag. Am Hin­te­rein­gang trifft man nur einen Por­tier, der hinter seiner Glas­scheibe freund­lich grüßt. Doch hoch oben, im vierten Stock sitzen über 20 Stu­denten der Eu­ropa-Uni­ver­sität Via­drina in einem großen Kon­fe­renz­saal. Schon wenn man den Aufzug verlässt, kann man das Stim­men­ge­murmel hören, wel­ches vom Ende des Flures kommt. Hier ste­cken die Mit­glieder von UNI­THEA ihre Köpfe zu­sammen und sch­mieden die Pläne für das dies­jäh­rige Thea­ter­fes­tival.

„Auch in diesem Jahr soll das Fes­tival wieder ein voller Er­folg werden und damit an die vo­rhe­rigen Jahre anknüpfen. Wir ver­su­chen viel­leicht noch einen drauf­zu­setzen und den Zu­schauern etwas Außer­gewöhn­li­ches zu bieten, da es dieses Mal etwas Be­son­deres zu feiern gibt“, sagt Maria Ull­rich, eine der Or­ga­ni­sa­to­rinnen. Denn das UNI­THEA-Fes­tival, das vom 5. bis 7. Juni statt­finden wird, feiert dieses Jahr sein 15-jäh­riges Ju­biläum. Das Datum soll auch dazu ge­nutzt werden einen Rück­blick auf die Ges­chichte und Ent­wi­ck­lung des Pro­jekts zu werfen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. März 2012 um 12:12 Uhr

Tagundnachtgleiche

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Die Sonne, auf Deutsch mit franzö­si­schen Un­ter­ti­teln, Stück und Ins­ze­nie­rung von Oli­vier Py für die Volksbühne

Von Sarah Bo­gatay
Über­set­zung: Ida Maria Smentek
Bilder: Thomas Aurin 

Axel ist in Jo­sephs Bett ein­ges­chlafen. Er trägt immer noch sein Kostüm des Gottes Pan. Abend im Theater, wäh­rend er sich in der Gar­de­robe sch­minkte, biss er den In­ten­danten. Dieser fand das Stück nicht po­li­tisch genug. Als er ihn bat, näher zu kommen, nutzte er die Ge­le­gen­heit um ihm ein Stück vom Ohr ab­zu­reißen: „Ist das po­li­tisch genug oder wollen Sie, dass ich Ihnen ein Auge auss­teche?“

 Am Rosa-Luxem­burg-Platz ist die Nacht schon lange he­rein­ge­bro­chen, doch auf den Bret­tern der Volksbühne wird  eine an­dere Sonne auf­gehen. Der franzö­si­sche Autor und Re­gis­seur Oli­vier Py prä­sen­tiert sein Stück Die Sonne (Le So­leil): Eine Re­flexion über das Theater, die wie eine Selbst­beo­bach­tung er­scheint.

 Theater im Theater

Seit Axel  der Truppe von Jo­seph bei­ge­treten ist, beten ihn alle Schau­spieler an. Er verkör­pert alle Lei­den­schaften und glänzt durch sein Feuer und seine Ju­gend. Fas­zi­niert und an­ge­zogen von dieser flam­menden Persön­li­ch­keit, kreisen die Mit­glieder der Truppe um ihn. Ma­thias widmet ihm einen ma­ka­beren Kult wäh­rend Charly sich verk­leidet und tanzt, um ihn zu verführen. Al­lein der vernünf­tige und ernste Autor Jo­seph, sein Ri­vale in der Liebe wie in der Poesie, er­liegt dem bren­nenden Charme des jungen Mannes nicht. Beide teilen sich die Liebe Sentas,  Jo­sephs Ver­lobter. Sie er­wartet ein Kind, dessen Vater auch Axel sein könnte. Was diesen al­ler­dings nicht davon abhält, Jo­sephs Mutter hei­raten zu wollen. Aber es ist vor allem ihre Auf­fas­sung des Thea­ters, welche den Autor und den Schau­spieler ei­nander feind­lich ge­genü­bers­tellt. Jo­seph vers­teht das Theater als Ins­tru­ment wo­hin­gegen Alex es als Selbstz­weck be­trachtet. In einer nie­mals en­denden Dia­lektik stehen sich zwei Vi­sionen ge­genüber: Die des apol­li­ni­schen Thea­ters, ra­tio­nell, en­ga­gier und hoch po­li­tisch gegen jene des dio­ny­si­sche Theater, ins­pi­riert, sinn­lich,  das über den Vers­tand geht und keine Grenzen kennt. Eine Vors­tel­lung, die Oli­vier Py mit dem Haupt­cha­rakter seines Stü­ckes ge­mein hat.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. April 2012 um 13:13 Uhr

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