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Wie sexy darf Emanzipation sein?

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Wie sexy darf Emanzipation sein?
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www.flickr.com ©acahaya

Von Ro­mana Bar­tels
Über­set­zung Cyril Quillien
Foto  © aca­haya, www.aca­haya.com

We­nige Wo­chen nach der auf­schrei!-Be­we­gung und kurz vor der na­henden Frauen­quote sind Frauen­rechte wieder ins Zen­trum der Auf­merk­sam­keit gerückt. Trotzdem halten viele, Frauen wie Männer, die Gleichs­tel­lung zwi­schen den Ges­chlech­tern für voll­bracht. Eine ziem­lich op­ti­mis­ti­sche Ein­schät­zung.

 Warmes Licht, ein nackter Bauch mit verfüh­re­ri­scher Taille, dunkel ge­hauchte Wörter, me­lo­di­scher Ak­zent. Dieses Kli­schee der Französin be­wirbt nicht nur er­fol­greich ein deut­sches Bier­fa­brikat, es ist auch in deut­schen Köpfen weit ver­breitet. Es ist das Bild einer Frau, die mit ihrer Wei­bli­ch­keit und ihrer Reizen spielt. We­niger wi­ders­pie­gelt es hin­gegen Stärke, Durch­set­zung­svermögen oder Unabhän­gig­keit.  Dabei han­delt es sich hier um Ei­gen­schaften, wie sie eine an­dere berühmte Französin, die Phi­lo­so­phin und Schrifts­tel­lerin Si­mone de Beau­voir vor über fünfzig Jahren als eine Vor­den­kerin der Frauen­be­we­gung de­mons­triert hat. Ihre in der Be­zie­hung zu Sartre öf­fent­lich vor­ge­lebten Ideen einer gleich­be­rech­tigten Part­ner­schaft und ihre Schrift über das An­dere Ges­chlecht be­geis­terten unzäh­lige Mäd­chen in Deut­schland, Fran­kreich und der Welt. Von einem ähn­lich guten Ruf kann Alice Sch­warzer nur träumen in Zeiten, in denen Fe­mi­nismus zum Schimpf­wort ge­worden ist.

Ein häu­figer Vor­wurf an junge Mäd­chen von heute bes­teht darin, mit den erkämpften Er­run­gen­schaften der Frauen­be­we­gung nicht be­wusst um­zu­gehen und sich wieder in eine män­ner­ge­machte, me­dien­be­wor­bene und über­sexua­li­sierte Rolle zu be­geben. Und eines ist richtig:

Fe­mi­nismus der alten Schule ist nicht po­pulär. Fern­seh­shows über Nach­wuchs­man­ne­quins kennen mehr Er­folg als Sch­war­zers Zeit­schrift „Emma“. Trotzdem wäre es eine Ve­rein­fa­chung, Fe­mi­nismus in Deut­schland um die Wert­vors­tel­lungen und Ideo­lo­gien einer ein­zigen Person zu grup­pieren. Welche Zwi­schentöne über­malt diese Sch­warz­weiß­zeich­nung?



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