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Schmerzvolle Erinnerungen von Oradour-sur-Glane bis ins Elsass

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Schmerzvolle Erinnerungen von Oradour-sur-Glane bis ins Elsass
Der Massaker von Oradour-sur-Glane
Ein Leben nach Oradour: der Schmerz sitzt tief

Ein Leben nach Ora­dour: der Sch­merz sitzt tief

Die Elsässer, die am Mas­saker von Ora­dour be­tei­ligt waren, wurden 12. Fe­bruar 1953 vom franzö­si­schen Mi­litär­ge­richt in Bor­deaux ve­rur­teilt. Der frei­willige Soldat wurde zum Tode ve­rur­teilt, die an­deren 13 zu Strafen zwi­schen fünf und elf Jahren Zwang­sar­beit und fünf bis acht Jahren Gefän­gnis. Be­reits kurz da­rauf wurde am 19. Fe­bruar 1953 von der franzö­si­schen Na­tio­nal­ver­samm­lung ein Am­nes­tie­ge­setz für die zwang­sein­ge­zo­genen elsäs­si­schen Sol­daten er­lassen.

Lange Zeit hat Ro­bert Hé­bras ge­glaubt, alle Elsässer haben sich frei­willig für die deut­sche Armee ent­schieden. „Es hieß, dass die Waffen-SS nur aus Frei­willigen bes­teht“, sagt er. In diesem Glauben habe er auch sein Buch über Ora­dour ver­fasst.

Gegen dieses Buch haben ver­schie­dene stras­bourger Ve­reine der „malgré-nous“ im Ok­tober 2010 gek­lagt. Das Land­ge­richt in Stras­bourg hat Ro­bert Hé­bras Recht ge­geben und da­rauf be­harrt, dass Hé­bras weder Jour­na­list noch His­to­riker sei, son­dern ein Zeit­zeuge, der nicht ent­scheiden konnte, wer Nazi und wer Elsässer war. In einer zweiten Au­flage des Bu­ches hatte Hé­bras die pro­ble­ma­ti­schen Stellen des Bu­ches je­doch verän­dert. Al­ler­dings wurde durch ein Miss­ges­chick die erste Au­flage noch­mals ge­druckt.

Nach der Film­vors­tel­lung ent­brennt im Ki­no­saal eine zweistün­dige Dis­kus­sion, in der es nicht um die Schuld der Deut­schen in diesem Drama geht, son­dern in der die Rolle der „malgré-nous“ im Zen­trum stand.

Der Sch­merz der „malgré-nous“ und ihrer An­gehö­rigen sitzt tief. Der Prä­si­dent eines Ve­reins von Wai­sen­kin­dern dieser Sol­daten sagte: „Es tut mir weh, wenn der Bür­ger­meister von Stras­bourg um Ver­zei­hung bittet. Viele elsäs­si­sche Fa­mi­lien haben Väter und Söhne ver­loren.“ „Auch ich habe meine Mutter und zwei Sch­wes­tern ver­lo­ren“, ent­ge­gnete Ro­bert Hé­bras. Faruk Gü­naltay, Pro­gramm­di­rektor des Kinos ver­sucht die Dis­kus­sion zu besänf­tigen: „Es macht keinen Sinn, einem Sch­merz einen an­deren Sch­merz ge­genü­ber­zus­tellen.“

Diese hit­zige De­batte zeigt auf der einen Seite den immer noch prä­senten Wunde, den diese dunkle Epi­sode der Ges­chichte im El­sass hin­ter­lassen hat. Auf der an­deren Seite wirf es die Frage nach der Au­far­bei­tung dieses Teils der franzö­si­schen Ges­chichte auf. Wel­chen Platz nehmen die „malgré nous“ in der franzö­si­schen Ges­chichte ein?

Ro­bert Hé­bras ist nach Stras­bourg ge­kommen, um sich über die Dif­fe­renzen zu versöhnen. Er sagte: „Lange Zeit habe ich gegen die Men­schen, die dieses Mas­saker getan haben, einen Hass verspürt. Dies hat sich ge­wan­delt.“ Ora­dour be­deute für ihn heute weder Hass noch Ver­gessen.“

Links:

Die Seite des Film „Une vie avec Ora­dour“: Der Film­start in Deut­schland ist im Früh­jahr 2012 ge­plant.
http://www.ora­dour-le­film.com/

Seite des Dorfes Ora­dour-sur-Glane

Centre de mé­moire in Ora­dour-sur-Glane

Buch von Ro­bert Hé­bras



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